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Strenge Richter über norddeutsche Rezepte

Jury wählt Beiträge für Urlaubskochbuch aus

Die Jury (v.l.n.r.): Ilona Hargens, Yannek Drees, Maike Buchholz, Hans-Jürgen Thomsen, Wolfgang Götze, Dörte Lohf, Michael Ringhoff, Marianne Budach und Elisabeth Jacobs-Götze.
Die Jury (v.l.n.r.): Ilona Hargens, Yannek Drees, Maike Buchholz, Hans-Jürgen Thomsen, Wolfgang Götze, Dörte Lohf, Michael Ringhoff, Marianne Budach und Elisabeth Jacobs-Götze.

Schwabstedt Wo normalerweise entspannt und genossen wird, wurden an diesem Tag kritische Blicke ausgetauscht und harte Urteile gefällt – zumindest kulinarisch. Im Hotel zur Treene hatte eine neunköpfige Jury die schwierige Aufgabe, aus 67 eingereichten Rezepten diejenigen zu finden, die am besten in ein Urlaubskochbuch für Gäste im Norden passen.
 
„Der Geschmack ist uns heute natürlich wichtig, das allein genügt aber nicht“, erklärte Marianne Budach, Geschäftsführerin der Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland e.V. Schließlich gelte es, so Budach weiter, die besten 20 Rezepte herauszufinden, die Gäste in einem Ferienquartier kochen können. Orientierung bot die Vorstellung, was am Ende in Ferienquartieren des Binnenlandes ausliegen soll: Ein Ringbuch mit norddeutsche Rezepten, die dort einfach zu kochen sind und Lust machen wiederzukommen. Außerdem sollen alle Gerichte mit Produkten aus der Region zubereitet werden können. Die Vorteile liegen auf der Hand, wie Yannek Drees von der Eider-Treene-Sorge GmbH deutlich machte: „Zum einen steigern wir die Wertschöpfung, wenn von hiesigen Betrieben gekauft wird. Andererseits machen wir mit kurzen Lieferwegen den Tourismus nachhaltiger.“
 
Damit eine möglichst gelungene Auswahl ins Buch kommt, wirken Partner aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit: Neben Tourismusvereinen, Regionalentwicklung, Hoteliers und Landfrauen sind auch das Bauernblatt und der Verein Feinheimisch – Genuss aus Schleswig-Holstein e.V. mit in der Jury. Feinheimisch-Sprecher Wolfgang Götze brachte klare Vorstellungen an die eingereichten Rezepte mit: „Für uns hat Regionalität absolute Priorität! Wir haben erstklassige Produzenten hier im Land, diese Karte wollen wir auch im Tourismus stärker ausspielen“, so Götze. Der Verein unterstützt das Vorhaben, da es drei wesentliche eigene Ziele zusammenbringt: Regionalität, Genuss und Tourismus.
 
Gastgeber Hans-Jürgen Thomsen brachte nicht nur gemeinsam mit Michael Ringhoff vom Westerkrug Wanderup die größte Fachkompetenz mit – er kochte für die Jury auch eine Auswahl der Rezeptideen nach, um diese geschmacklich beurteilen zu können. Einen „Katzentisch“ bekam Fotograf Uwe Naeve – seine Aufgabe war es, die fertigen Gerichte und die Zutaten so abzulichten, dass man am liebsten gleich mit dem Kochen anfangen möchte.
 
Besondere Authentizität vermitteln vor allem die norddeutschen Hobbyköche, die jeweils mit Namen, Wohnort und Foto ins Kochbuch kommen. Darüber hinaus werden sie kulinarisch belohnt, etwa mit Restaurantgutscheinen, Genusspaketen oder einem Wochenende in einer Ferienwohnung – voller Kühlschrank inklusive. Ein wenig gedulden müssen sie sich aber noch: Bekannt gegeben werden die Sieger erst Anfang April, wenn das „Urlaubskochbuch“ in Wanderup präsentiert wird.

Hans-Jürgen Thomsen und Dörte Lohf (Grünes Binnenland) kosten von der Fliederbeersuppe.
Hans-Jürgen Thomsen und Dörte Lohf (Grünes Binnenland) kosten von der Fliederbeersuppe.
Keine leichte Entscheidung: Landfrau Ilona Hargens (vorne links) und Hans-Jürgen Thomsen (Mitte rechts) diskutieren über ein Rezept.
Keine leichte Entscheidung: Landfrau Ilona Hargens (vorne links) und Hans-Jürgen Thomsen (Mitte rechts) diskutieren über ein Rezept.