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Historische Baukultur erleben

Reetdachhaus

Seit dem Sommer 2006 ist die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge eine Attraktion reicher: Den Rundweg „Stapelholmer BaukulTour". Die drei in Schleswig-Holstein verbreiteten Bauernhaustypen: Fachhallenhaus, Querdielenhaus und Haubarg findet man hier in unmittelbarer Nachbarschaft. In der Region, in der mehr denkmalgeschützte Bauernhäuser stehen als in anderen Teilen Schleswig-Holsteins, wurden nicht nur die drei Haupttypen über die Jahrhunderte erhalten – sie werden noch heute an ihren ursprünglichen Standorten genutzt und sind durch die große Nähe zueinander genauso gut miteinander vergleichbar wie in einem Freilichtmuseum. Allein im Örtchen Seeth lassen sich 350 Jahre Hausentwicklung vom 16. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert hinein verfolgen – auch dies ist einmalig in Schleswig-Holstein.

Damit Architekturinteressierte die Schätze finden, hat der Förderverein Landschaft Stapelholm e.V. einen Rundweg entwickelt. Er führt zu 20 Baudenkmälern zwischen Süderstapel, Erfde, Bargen, Meggerdorf, Bergenhusen, Wohlde, Seeth und Drage. Neben besonders gut erhaltenen Bauernhäusern besichtigt man Kirchen, Mühlen, eine Schmiede, eine Schleuse, das Gut Johannisberg oder die Holmer Schanze. Ein Faltblatt mit Karte für Rad- und Autofahrer weist auf die einzelnen Stationen hin, vor den Gebäuden geben Tafeln Informationen. Weitere Details verrät eine Broschüre, die in Buchhandlungen, Gaststätten und Einzelhandelsgeschäften verkauft wird.

Haubarge sind im 16. Jahrhundert von Niederländern an die schleswig-holsteinische Nordseeküste gebracht worden. Der am weitesten östlich gelegene und noch heute erhaltene Haubarg wurde 1825 in Seeth gebaut. Obwohl er etwas kleiner als die stattlichen Haubarge der Nordseehalbinsel Eiderstedt ist, überrascht er mitten im Dorfkern, direkt an der Hauptstraße. In der ganzen Landschaft Stapelholm waren diese Häuser einst verbreitet. Sie fallen durch ihren beinahe quadratischen Grundriss und das hohe Dach auf, welches von vier, sechs oder acht Ständern getragen wird.

Das Fachhallenhaus kommt aus Niedersachsen. Die Landschaft Stapelholm ist die nördliche Grenze seines Verbreitungsgebietes. Dieser Haustyp, in dem Diele mit Stall und Lager sowie der Wohnteil des Hauses hintereinander angeordnet sind, entstand bereits im Mittelalter. So ist das 1536 errichtete Fachhallenhaus „Jöns“ in Norderstapel das zweitälteste Gebäude in Stapelholm. Das „Ohlsen-Haus“ in Süderstapel wartet mit einer Besonderheit auf: Der Fachwerkgiebel dieses Fachhallenhauses ist zur Straße hin durch eine Stufe verziert.

Das Querdielenhaus stammt ursprünglich aus Dänemark. Seine südliche Verbreitungsgrenze liegt in der Landschaft Stapelholm. Im Querdielenhaus sind Stall und Wohnbereich durch eine dazwischen liegende Diele getrennt. Sehr gut im Original erhalten ist das Gebäude im Westerweg 36 in Meggerdorf, dessen wundervoller Bauerngarten zudem im Frühjahr und Sommer vorbeiradelnde Gäste beeindruckt anhalten lässt.

Kommen Sie vorbei und erleben Sie die faszinierende Baukultur in der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge!